[Bilder: Bernd Vorländer
--- Auch auf den Nümbrechter Wiesen fühlen sich die ursprünglich in
den Anden heimischen Tiere wohl.]
Vor etwa sechs Jahren, während Verena Spindler im Fernsehen eine
Reportage über Alpakas sah, entstand die Idee einen Zuchthof im
Oberbergischen zu gründen. „Die Tiere sehen interessant aus, sind
nett und umgänglich, und man soll auch noch Geld mit ihnen verdienen
können?“, beschreibt die auf einen Schlag Alpaka-süchtige ihre
ersten, ungläubigen Gedanken.
Alpakas stammen aus Südamerika, genauer gesagt den Anden, und sehen
auf den ersten Blick aus wie knuddelige Schmusetiere, doch bei
genauerer Betrachtung sind sie viel mehr als das. Die vermeintlichen
Schmusetiere sind scheu und wagen sich kaum in die unmittelbare Nähe
eines Menschen. Die gelernte Tierärztin weiß: „Ein Tier, das keine
Scheu mehr vor dem Menschen hat, ist fehlgeprägt.“ Nur wenn sie
wissen, dass es sich nicht um sie dreht, werden die intelligenten
Tiere neugierig.
[Den
Pokal für das beste Tier der Show heimste Familie Spindler in Ulm
ein.]
Zudem ist Alpakas die Gesellschaft zu anderen Tieren sehr wichtig.
„Je größer die Herde, desto wohler fühlen sie sich“, so Spindler
weiter, denn jedes Tier besitze einen eigenen Charakter. Daher ist
es keine Seltenheit das sich auch in der Herde Gruppen bilden. Nach
einem Jahr voller Recherchen zur Alpakazüchtung und mehreren
Seminaren war es dann 2003 so weit: Familie Spindler stürzte sich in
das Abenteuer und importierte das erste Tier. Trotz eines
mittlerweile großen Bestandes von 32 Tieren bleibt die Alpakazucht
ein Nebenerwerb, wenn auch mit großem Zeitaufwand. Denn obwohl die
robusten Tiere, bis auf die Fohlen, ganzjährig in der Herde auf der
Weide leben, haben die Züchter genug zu tun. Einmal im Jahr werden
die Tiere geschoren. „Wir ernten zwischen drei und sechs Kilogramm
pro Tier“, erzählt Verena Spindler und beginnt sogleich von der
hochwertigen Wolle der Alpakas zu schwärmen.
„Sie ist besonders fein, warm und kratzt nicht.“ Aus diesem Grund
verarbeitet die Familie die Wolle etwa zu Bettdecken. Die haben den
Vorteil federleicht und dünn zu sein, so dass sie um den Körper
fließen. Zudem klimatisiert die Wolle der Alpakas extrem gut. Auch
bei eisiger Kälte friert man unter der Decke nicht, und im Sommer
ist auch lästiges Schwitzen längst passé.
Neben den Bettdecken verkaufen die Nümbrechter Züchter auch die
Rohwolle und versponnene Wolle. Doch nicht nur das Scheren der Tiere
nimmt viel Zeit in Anspruch, sondern auch das Decken der Stuten, da
es in der Regel weite Strecken sind, die bis zu einem geeigneten
Züchter zurückgelegt werden. Doch die Arbeit hat sich für die
Spindlers bereits gelohnt. Auf einer Show in Ulm ging die Familie in
diesem Jahr mit neun Tieren an den Start und konnte gleich mehrere
Erfolge verzeichnen. Sie belegten fünfmal den ersten Platz, zweimal
den dritten Platz und hatten zwei Champions in ihrer Altersklasse.
Zum krönenden Abschluss wurde „Lajolie vom Oberberg“ zum Supreme
Champion, dem besten Tier der Show, gekürt. Weitere Informationen
zur Alpakazucht gibt es auf der Homepage
www.alpakazuchthof-oberberg.de.